Die Ergebnisse der Bundestagswahl 2025 haben mich als Kommunalpolitiker der GRÜNEN im Kreis Euskirchen nachdenklich gestimmt – und zugleich in meinem Engagement bestärkt. Sie zeigen tiefe gesellschaftliche Bruchlinien und fordern uns als Partei und als Demokrat:innen heraus:
- Warum schaffen wir es nicht, mehr Menschen für unsere Politik zu begeistern?
- Wie können wir Brücken bauen, um die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden?
Bundesweit: Zwischen Verantwortung und Frust
Die CDU/CSU fährt mit 28,6 % unter Friedrich Merz ein mäßiges Ergebnis ein, doch das Rekordergebnis der AfD mit 20,8 % lässt mich nicht ruhen. Seit Jahren kämpfen wir GRÜNE für eine offene, klimagerechte Gesellschaft. Dass so viele Menschen die AfD gewählt haben, zeigt eine tiefe Verunsicherung. Viele fühlen sich abgehängt und suchen einfache Antworten – selbst wenn sie von einer rechtspopulistischen, teils rechtsextremen Partei kommen. Das ist ein Warnsignal, das wir ernst nehmen müssen.
Unsere 11,6 % sind zwar das zweitbeste Bundestagswahlergebnis der GRÜNEN, doch reicht das aus? Angesichts der Klimakrise, wachsender sozialer Ungleichheit und wirtschaftlicher Herausforderungen stehen wir vor enormen Aufgaben. Entscheidend ist, wie wir Politik vermitteln: Nicht durch abstrakte Debatten, sondern durch greifbare Lösungen im direkten Austausch mit den Menschen vor Ort.
Kreis Euskirchen: Ehrliche Analyse statt Selbstzufriedenheit
Mit 9,28 % der Zweitstimmen liegen wir GRÜNE im Kreis Euskirchen deutlich unter dem Bundesschnitt. Gleichzeitig erreicht die AfD mit 18,4 % fast ihr bundesweites Ergebnis. Das ist ein Schock – und eine Mahnung. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass rechtspopulistische Parolen auch in unserer Heimat immer mehr Gehör finden. Deshalb hinterfrage ich selbstkritisch:
- Haben wir zu kompliziert oder abgehoben argumentiert?
- Haben wir unsere Themen so vermittelt, dass sie im Alltag der Menschen ankommen?
- Wie können wir Mut statt Unsicherheit vermitteln?
Was wir lernen müssen und was uns antreibt
Diese Wahl hält uns den Spiegel vor und macht eines deutlich: Unsere Politik muss verständlicher und näher an den Menschen sein. In vielen Gesprächen höre ich immer wieder dieselben Sorgen – steigende Mieten, unsichere Jobs, die Auswirkungen des Klimawandels. Das sind keine theoretischen Debatten, sondern reale Herausforderungen, die den Alltag vieler Menschen bestimmen. Deshalb müssen wir:
- Mehr Dialog statt Belehrung | Menschen ernst nehmen, ihre Sorgen verstehen und gemeinsam Lösungen entwickeln.
- Klimaschutz im Alltag erklären | Zeigen, wie er Jobs schafft, Energiekosten senkt und unsere Lebensqualität verbessert.
- Nachhaltigkeit nutzen, nicht fürchten | Klimaschutz kann Wirtschaft und Wohlstand voranbringen.
Veränderung braucht Zeit – aber Aufgeben ist keine Option
Es kann frustrierend sein, wie langsam politische Veränderungen voranschreiten. Große Herausforderungen lassen sich nicht über Nacht lösen, und oft braucht es langen Atem, um nachhaltige Erfolge zu erzielen. Doch genau das macht politische Arbeit aus: Dranbleiben, auch wenn der Weg steinig ist.
Die hohe Wahlbeteiligung von 82,5 % zeigt deutlich: Die Menschen interessieren sich für Politik. Sie wollen mitgestalten, sie haben eine Meinung und sie erwarten Antworten, die verständlich, greifbar und überzeugend sind. Unsere Aufgabe ist es, nicht nur Lösungen zu erarbeiten, sondern sie so zu vermitteln, dass sie ankommen. Politik darf kein abstraktes Konstrukt bleiben – sie muss im Alltag der Menschen spürbar sein.
Jetzt ist nicht die Zeit für Resignation – sondern für Klarheit, Mut und Dialog.
Fazit: Mit Entschlossenheit und Klarheit voran
Diese Wahl war ein Weckruf. Sie zeigt uns, dass wir mutiger, nahbarer und verständlicher sein müssen. Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Sicherheit sind keine Gegensätze – sie gehören zusammen. Doch das müssen wir noch stärker vermitteln.
Politik darf nicht abstrakt bleiben. Sie muss vor Ort spürbar sein – in den Gesprächen mit den Menschen, in konkreten Lösungen für ihren Alltag. Der Weg dorthin ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Doch wer Veränderung will, muss ihn gehen.

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