Die vergangenen Wochen haben ziemlich eindrücklich gezeigt, worüber wir reden, wenn es um Klimaanpassung geht. Hitze und anhaltende Trockenheit auf der einen Seite, heftige Regenfälle und lokale Überflutungen auf der anderen. Auch bei uns in der Eifel sind die Folgen eines sich verändernden Klimas längst angekommen. Deshalb finde ich es richtig und wichtig, dass die Gemeinde Blankenheim jetzt die Bürgerinnen und Bürger in die weitere Planung einbezieht.
Klimawandel zeigt sich nicht nur durch Hitze
Wenn über den Klimawandel gesprochen wird, denken viele zunächst an steigende Temperaturen. Tatsächlich sind die Auswirkungen wesentlich vielfältiger.
Längere Trockenperioden belasten Wälder, Landwirtschaft, Gewässer und Böden. Hohe Temperaturen können gerade für ältere und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen zur Gefahr werden. Gleichzeitig können innerhalb kurzer Zeit große Regenmengen fallen und Straßen, Grundstücke oder Keller überfluten.
Der Sommer 2026 hat uns diese unterschiedlichen Extreme erneut vor Augen geführt. Nordrhein-Westfalen erlebte den trockensten Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Gleichzeitig kam es auch in unserer Region wieder zu Starkregenereignissen und Feuerwehreinsätzen.
Das klingt zunächst widersprüchlich. Ist es aber nicht.
Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Gleichzeitig trocknen höhere Temperaturen Böden stärker aus. So können längere trockene Phasen und kurze, dafür umso heftigere Niederschläge Teil derselben Entwicklung sein.
Klimaschutz oder Klimaanpassung? Diese Entscheidung stellt sich nicht
Mir ist dabei ein Punkt besonders wichtig: Klimaanpassung darf nicht gegen Klimaschutz ausgespielt werden. Wir müssen weiterhin die Ursachen des menschengemachten Klimawandels bekämpfen. Gleichzeitig wäre es fahrlässig, die Augen davor zu verschließen, dass ein Teil der Veränderungen bereits stattfindet.
Klimaschutz versucht, die weitere Erwärmung zu begrenzen. Klimaanpassung hilft uns, mit den bereits eintretenden Folgen besser umzugehen. Beides gehört zusammen.
Manche Maßnahmen erfüllen sogar beide Aufgaben gleichzeitig. Mehr Bäume und Grünflächen sorgen für Schatten und Kühlung, speichern Wasser und binden CO₂. Entsiegelte Flächen können Starkregen aufnehmen und verbessern gleichzeitig das lokale Klima. Gesunde Böden halten Wasser länger zurück und helfen sowohl in Trockenperioden als auch bei starken Niederschlägen.
Klimaanpassung muss deshalb nicht zwangsläufig aus großen technischen Projekten bestehen. Oft können viele kleinere Maßnahmen zusammen eine erhebliche Wirkung entfalten.
Jetzt können Bürgerinnen und Bürger ihre Erfahrungen einbringen
Die Gemeinde Blankenheim arbeitet gemeinsam mit der Innovation City Management GmbH an einem Klimaanpassungskonzept. Aktuell läuft dazu eine Bürgerumfrage, deren Ergebnisse in die endgültige Fassung des Konzeptes einfließen sollen.
Gefragt wird beispielsweise, welche Klimaanpassungsmaßnahmen die Bürgerinnen und Bürger für besonders wichtig halten, wie künftig über Extremwetter informiert werden sollte und bei welchen Maßnahmen man sich vorstellen könnte, selbst aktiv zu werden.
Dabei geht es sowohl um Maßnahmen der Gemeinde als auch um Möglichkeiten auf privaten Grundstücken. Die Teilnahme ist anonym und dauert etwa 15 Minuten.
Die Umfrage läuft noch bis zum 8. September 2026.
Nehmen Sie an der Umfrage teil. Bringen Sie Ihre Erfahrungen ein. Und helfen Sie mit, Blankenheim widerstandsfähiger und lebenswerter für die Zukunft zu machen.

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