Wirtschaft & Energie

Der demografische Wandel in all seinen Facetten stellt unsere Region vor Herausforderungen. Junge Menschen und Familien wandern in Städte und Verdichtungsräume ab. Am stärksten von dieser negativen Bevölkerungsentwicklung sind die Kommunen im Südkreis betroffen. Die aus dieser Entwicklung resultierenden Veränderungen sind weitreichend und wirken sich nachteilig auf die betroffenen Kommunen aus.

Jetzt die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen

Vollständig umkehren können wir diese Entwicklung nicht.  Wir können sie aber über noch zu entwickelnde Anreizsysteme steuern und abmildern. Insbesondere sollen Unternehmen, die regionale Produkte ökologisch und fair herstellen, in ihren Bemühungen unterstützt werden. Ich setze mich dafür ein, dass der Fokus auf einer nachhaltigen sowie ressourcenschonenden Entwicklung liegt und in der gesamten Herstellungs- und Leistungskette weder Menschen noch Tiere ausgebeutet, gequält oder diskriminiert werden.

Potential der Orts- und Dorfzentren nutzen

Die Nahversorgung mit Produkten des täglichen Bedarfs ist in vielen Dörfern und Orten zum Erliegen gekommen. So müssen Strecken von mehreren Kilometern überwunden werden, um sich mit alltäglich benötigten Lebensmitteln oder anderen häufig gebrauchten Produkten einzudecken. Menschen mit der dafür erforderlichen Mobilität können das bewerkstelligen – wenn auch oft unökologisch und unwirtschaftlich. Doch immer mehr Menschen werden hierbei auf fremde Hilfe angewiesen sein, wie Studien und die Entwicklung der letzen Jahre klar zeigen. Damit den Betroffenen geholfen werden kann, müssen Konzepte zur Nahversorgung entwickelt und aufgebaut werden. Denkbar sind beispielsweise das Bereitstellen von Dorfautos zum gemeinschaftlichen Einkaufen, ein betriebener Lieferservice oder auch mobile Märkte mit einem möglichst breiten Produktsortiment.

Die in Orts-, Dorf- und Stadtzentren immer häufiger leerstehenden Betriebe und Läden sind ebenso für eine mangelnde Nahversorgung verantwortlich. Oft können diese nicht mehr wirtschaftlich weiter geführt werden oder es fehlt an Betriebsnachfolgern. Gründe dafür sind u. a. zu hohe Pachten, geringe Verkaufsmengen, eine schwindende Nachfrage vor Ort aber auch die Verlagerung des Handels in die Außenbereiche. Ich will inhabergeführte Unternehmen und Familienbetriebe mit geeigneten Modellen stärken und dafür sorgen, dass diese nicht völlig aussterben werden.

Infrastruktur

Unternehmen, Tourismusbetriebe und ebenso private Haushalte brauchen schnelle und leistungsfähige Möglichkeiten zur Kommunikation. Daten, die über digitale Netze übertragen werden können, müssen nicht in Papierform über Verkehrswege an ihren Bestimmungsort gebracht werden und sind zeitlich sowie ökologisch vorteilhaft. Telearbeitsplätze bieten sowohl Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern als auch Unternehmen viele Vorteile, die weit über ökonomische und ökologische hinaus gehen.

Damit alle diese Anforderungen an Kommunikationsnetze erfüllt werden können, ist eine gut ausgebaute Breitbandinfrastruktur erforderlich. Ich begrüße, dass der Ausbau von Breitbandnetzen in den bisher nicht oder sehr schlecht versorgten Ortschaften der Gemeinde begonnen hat. Als nächstes müssen Lösungen für die Ortschaften Nonnenbach, Blankenheim-Wald und Ahrdorf gefunden werden, die im Rahmen des derzeitigen Ausbaus leider nicht berücksichtigt wurden. Darüber hinaus setze ich mich für einen kreisweiten und flächendeckenden Ausbau aller Ortschaften mit schnellen kabelgebundenen Internetanschlüssen mit mindestens 25.000 kBit/s ein.

Möglichkeiten erkennen und gezielt fördern

Gute Kultur- und Tourismusangebote sorgen für Arbeitsplätze und machen zudem unsere Region attraktiv. Dabei sollte es sich um einen sanften Tourismus handeln, der nachhaltig mit unserer Natur und Umwelt umgeht, damit auch zukünftige Generationen von diesem profitieren können.

Insbesondere Projekte, welche das Potential unserer Region nachhaltig und zukunftsweisend nutzen – wie z. B. die Regionalmarke EIFEL – soll in ihren Bestrebungen unterstützt werden. Dabei ist auf einen langfristigen Nutzen für Kommune und Gesellschaft zu achten. Bereiche, in den unsere Kommune oder unser Kreis stark ist, wie beispielsweise in der Holzwirtschaft, sollen herausgestellt werden, damit es uns gelingen kann, für einen bestimmten wirtschaftlichen Bereich eine Modellregion zu werden, die in diesem einen Vorbildcharakter darstellt.

Kreisläufe sind ressourcenschondend und vermeiden Abfälle

Ich will örtliche und regionale Anreize zur Vermeidung von Abfällen schaffen. Bürgerinnen und Bürger, die bewusst konsumieren und damit dazu beitragen, die Müllentsorgungskosten zu senken und die Umwelt zu schonen, sollen dafür belohnt werden. In Kindergärten und Schulen sowie anderen öffentlichen Einrichtungen sollen Projekte zur Müllvermeidung unterstützt und belohnt werde

Auf Ebene des Kreises Euskirchen will ich die Kreislaufwirtschaft vorantreiben um einen ökologischen und ökonomischen Nutzen daraus zu ziehen. In diesem Zusammenhang wäre beispielsweise eine Datenbank denkbar, die Käufer und Verkäufer von Produktionsabfällen zusammen bringt. Denn des einen Abfall ist des anderen Rohstoff.

Engergiewende – Die Chance für ländliche Regionen

Die Energiewende ist eine große Herausforderung und gleichzeitig eine  Chance für die Kommunen. Zwar stoßen nicht alle Projekte auf Zustimmung in der Bevölkerung, doch kann es gelingen, mit Transparenz, Bürgerbeteiligung und Bürgerprojekten einen Konsens zu erzielen. Dabei ist bedeutsam, dass alle Beteiligten (Kommunen, Bürger, Unternehmen) von einer Umsetzung profitieren können und Mensch, Tier sowie Umwelt dabei möglichst wenig gestört bzw. belastet werden. In Blankenheim sehe ich dabei ein großes Potential in der Windenergie, die der Kommune dazu verhelfen kann, mittelfristig nicht in ein Haushaltssicherungskonzept zu geraten und langfristig einen Haushaltsausgleich zu erreichen. Zudem können Bürgerinnen und Bürger durch die Schaffung eines Bürgerwindparks z. B. als  Genossenschaft unmittelbar von der sauberen Energieerzeugung profitieren. Dabei gilt für mich – Windenergie im wirtschaftlich genutztem Forst: ja – im Natur Wald: nein.

Zur Energiewende gehört ebenfalls die Reduzierung des Energieverbrauchs durch energetische Sanierungen und andere Einsparpotenziale. Die Analyse und Konzeption möglicher sowie finanziell tragbarer Lösungen für öffentliche und private Gebäude soll weiter voranschreiten und dort wo es sinnvoll ist, gefördert werden.

Gelingen uns innovative Ansätze und Konzepte, die auf andere Kommunen und Kreise übertragen werden können, so können wir ein Modellkreis bzw. eine Modellkommune im Segment der Erneuerbaren Energien und/oder energetischen Sanierungen werden. Damit werden innovative Unternehmen aus diesen Branchen auf uns aufmerksam und siedeln sich wohlmöglich bei uns an.

Die Kreise und Kommunen nehmen eine Schlüsselrolle beim Vorantreiben der Energiewende ein, während von Seiten der Bundesregierung ein Ausbremsen zu erwarten ist. Die Koalition aus CDU und SPD setzt beim Thema Energie insbesondere auf  fossile, umweltschädigende Brennstoffe.

Einig sein dürften wir uns alle darüber, dass wir kein Atom- oder Kohlekraftwerk in unmittelbarer Umgebung haben wollen und es auch anderen Menschen nicht zuzumuten ist, eines vor der Haustür zu haben.

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