JA zum Freibad in Blankenheim – Bürgerbefragung Anfang 2015

Freibad BlankenheimIm Ausschuss für Gemeindeentwicklung am 20. November 2014 stand einmal mehr das Freibad im Kernort Blankenheim auf der Tagesordnung. Entschieden wurde über die Bürgerbefragung zur Zukunft des Freibades in Blankenheim.

Bereits am 5. November 2014 wurde dem Arbeitskreis Freibad in seiner Sitzung der Vorentwurf des Fragebogens für die Bürgerbefragung vorgestellt. Da zuvor innerhalb von Arbeitskreis und Ausschuss keine Einigung über Wortlaut, Aussehen und Ablauf der Befragung erzielt werden konnte, wurde in der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung am 11. November 2014 beschlossen, Herrn Chrisitan Rast von der ift-Freizeit- und Tourismus GmbH Köln mit der Erstellung eines Fragebogens zu beauftragen. In der Sitzung des Arbeitskreises wurde dieser unter Moderation von Herrn Rast weiterentwickelt sowie optimiert und von den Mitgliedern einstimmig beschlossen. Ebenso einstimmig wurde dieser Fragebogen im Ausschuss für Gemeindeentwicklung am 20. November 2014 beschlossen. Nun muss der Rat der Gemeinde Blankenheim am 11. Dezember 2014 dem Vorschlag noch zustimmen – wovon auszugehen ist.

Der Fragebogen beinhaltet eine kurze Darstellung des Sachverhaltes sowie die Entscheidungsmöglichkeit zwischen zwei Varianten:

Votum Freibad Blankenheim

Download: Freibad Blankenheim – alter und neuer Fragebogen

Seit einigen Jahren ist ein stetiger Rückgang von Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen zu beobachten, der die Lebensqualität für Bürger*innen aber auch für Gäste und Touristen verschlechtert. Bedingt durch den demografischen Wandel sind gerade die ländlichen Gebiete überdurchschnittlich von den Veränderungen betroffen. Dazu kehren immer mehr Menschen dem „Land“ den Rücken und ziehen in die Ballungsräume oder in unmittelbare Nähe dieser. Das hat vielfältige Gründe, neben dem besseren Arbeits- und Bildungsangebot sind es auch in nicht zu unterschätzender Größenordnung die Sport- und Freizeitangebote vor Ort. Einerseits wirbt unsere Gemeinde darum, dass Familien mit Kindern in unsere Kommune ziehen und belohnt diese mit Förderungen beim Grundstückkauf. Auf der anderen Seite sollen Einrichtungen, zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Entwicklung von Kinder, Jugendlichen und ebenso Familien geschlossen und abgerissen werden. – Ein Widerspruch in sich! Vergleichbar mit einem Weihnachtsgeschenk, welches Ostern zerstört und weggeworfen wird.

Freibad BlankenheimIn den letzten Jahren sind hohe Beträge für den Tourismus ausgegeben worden. Das Projekt „Erlebnisraum-Römerstrasse“ schlägt mit rund 2,3 Mio. Euro zu Buche. Auch wenn etwa 1,8 Mio. Euro durch Zuwendungen gefördert wurden, beläuft sich der Eigenanteil immer noch auf 477.000 €. Dieses Projekt ist insbesondere ein Tourismusprojekt im Bereich der Kultur. Ob sich die Investition lohnen wird, ist schwer vorher zu sagen. Ich bin diesbezüglich sehr skeptisch, hoffe aber, dass ich eines besseren belehrt werde und sich die Erwartungen erfüllen werden. Eine direkte Verbesserung der Lebensqualität für die Bürger*innen der Kommune sehe ich darin nicht.

Vor kurzen wurde im Rat der Gemeinde Blankenheim die Beteiligung an der Energie Nordeifel GmbH & Co. KG (ene) beschlossen. In diese werden rund 2,2 Mio. Euro investiert, die überwiegend mittels Fremdkapital (Kredite) finanziert werden. Erwartet wird eine jährliche Ausschüttung von ca. 140.000 Euro, die den Gemeindehaushalt entlasten würde. Doch das Risiko weniger oder keine Ausschüttung zu erhalten ist nicht zu unterschätzen. Alleine die Beteiligung der ene am Millionengrab und Pannenkraftwerk in Hamm kann diese Ausschüttung in den nächsten Jahren erheblich gefährden. Lobenswert, und dass muss auch gesagt werden, ist der Anteil an Erneuerbaren Energien am gesamten Stromverkauf der ene. Dieser liegt aktuell bei rund 60 % und soll laut Geschäftsführer Markus Böhm mittelfristig auf 80 % ausgebaut werden.

Ein weiteres Projekt wäre der Erhalt bzw. Neubau des Freibades in Blankenheim mit einem Volumen von 2,2 Mio. Euro. Doch genau bei diesem Projekt – ein Stück Lebensqualität für alle (Bürger*innen, Schüler*innen, Gäste & Touristen) tun sich die Verwaltung und viele örtliche Politiker schwer und werden nicht müde ausreichend Argumente gegen ein attraktives Sport- und Freizeitangebot für alle Generation zu finden. So sind Aussagen wie „zu teuer“, „nicht finanzierbar“, „unnötig“, „überdimensioniert“ und vieles mehr zu hören. – Doch ist nicht genau das eine Investition in die Zukunft der Gemeinde und deren Bürger*innen? Jedenfalls wird mit dem Freibad Blankenheim die gesamte Erholungsanlage am Weiher sterben und zur dürren Wüste mutieren oder wie etwa wird ein Weiterbetrieb von Bootsverleih und Minigolf sinnvoll zu betreiben sein, wenn nicht in Kombination mit dem Freibad? – Zudem investiert unsere Kommune in das Projekt-Eifel-Vital, in das ein Schwimmangebot vor Ort hervorragend integriert werden kann.

Die Investition in ein neues Freibad ist eine in die Zukunft unserer Kommune und kann dazu beitragen die Folgen des demografischen Wandels – zumindest für unseren Wohnort – abzuschwächen. Sie trägt dazu bei, dass unsere Heimat auch in Zukunft noch für Familien mit Kindern attraktiv bleibt und Menschen aller Generationen Spaß haben und sich fit halten können.

Daher lautet meine Entscheidung:

Variante 1 – JA zur Freibad für ein Blankenheim mit Zukunft

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  1. Peter Heister

    Guten Tag,

    ich finde den Artikel sehr gut verfasst und stehe voll dahinter.
    Meinerseits sollte man sich aber überlegen,in dieses Freibad noch ein Hallenbad zu integrieren.
    Somit wäre das Schwimmbad ganz jährlich benutzbar.

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